Zum Abschluss der Reise gings in den Nationalpark Los Glaciares. Hauptatraktion ist der Perrito Moreno Gletscher, an den man so nah ran kann, dass man ihn fast streicheln kann. Leider muss man dazu in die Touristenhochburg El Calafate. Grauenhaft, vor ein paar Jahren warens noch 5.000, heute 20.000, in 10 Jahren sollens 50.000 Einwohner sein. Auch hier hat mal wieder niemand an das Abwasser gedacht, die Kläranlage ist aus dem Jahr 1982. Hab nachgefragt, ob ich sie mir anschauen darf, hätte aber die Autorisierung von der Stadt gebraucht und wollte mich nicht länger in diesem Ort aufhalten. Wohl mit der teuerste Ort in Argentinien.
Wie überall im Süden trifft man auch hier die bereits bei Torres del Paine genannten Landsleute. Der Perrito Moreno Gletscher ist schlichtweg beeindruckend, man hört ihn knacken und ächzen und oft bricht auch was ab. Er ist 60 Meter hoch und der einzig stabile Gletscher des Nationalparks, weil er sich jeden Tag um 2 Meter weiter nach vorne schiebt, daher die vielen Abbrüche. Nicht der größte, aber der am besten Zugängliche im Nationalpark. Vom Boot aus kommt man noch näher ran…

Schon von Weitem beeindruckend

Aus der Nähe noch mehr

Boooahhh
Am nächsten Tag noch eine etwas teurere Tour zu den weiter entfernteren Gletschern gemacht. Aber wann kriegt man sowas schon je wieder zu sehen?? Die Bootstouren gehen auf dem Lago Argentino zu den verschiedenen Seitenarmen und man kann die Gletscher vom Schiff aus bestaunen. Auf dem Boot werden betuchte Touristen schnell zum Tier, wenn es darum geht, sich an die begehrten Plätze am Rand zu drängen um Fotos zu machen. Massige Europäer und Amis machen von ihrer Leibesfülle gnadenlos Gebrauch. Pech für höfliche und zart gebaute Asiaten. Trotzdem konnte ich mir mit den besten Platz erkämpfen, den ich netterweise auch an andere abgetreten habe. Nichts zu danken.
Leider wird es den Gletschern auch hier zu warm, allein der größte im Park hat in den letzten 20 Jahren 4 km verloren. Man kann sich also ausrechnen, dass in absehbarer Zeit kein Gletscher zum bestaunen mehr da ist. Also kommen, solange noch Eis da ist!

Ohh. Ahhh.

Kleiner Landgang

Eisberg mit Tunnel
Nach 2 Tagen in El Calafate gings weiter nach El Chalten, das am anderen Ende des Nationalparks liegt. El Chalten ist einer der jüngsten Orte Argentiniens und das Trekker Mekka. Die Berge kann man ohne Führer wandern, weshalb es auch nicht teuer wurde. In ein paar Jahren wird wohl auch ein kleines Calafate draus. Momentan ist es noch schön beschaulich, auch wenn überall wie verrückt gebaut wird.
Der Fitz Roy ist die Hauptattraktion, die Schwierigkeit für Kletterer liegt nicht im Berg selbst, sondern im Wetter. Es ist komplett unvorhersehbar und kann innerhalb weniger Minuten ohne Vorankündigung umschlagen. Ich bin 3 Tage jeweils 8 Stunden wandern gegangen und hatte am 2. Tag für den Fitz Roy richtig Glück mit dem Wetter.

Der Fitz Roy bei bestem Wetter
Das Krasseste war die Wanderung am dritten Tag. Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt ist mir kein Mensch begegnet, beim Abstieg kaum jemand. Der Wind auf dem Geröllfeld hinter der Kuppe ist so stark, dass man es mit der Angst zu tun bekommt!

Berg-Orkan
Dann zurück nach Buenos Aires… In Patagonien ist alles weit und jeder Ort abgelegen. Von El Chalten gings um 5.30 h los nach Piedra Buena, 7 Stunden Schotterpiste durchs Niemandsland. Der Direktbus von Piedra Buena hätte 32 Stunden gebraucht und wäre erst abends abgefahren. Deshalb dort den Bus nach Comodoro Rivadavia genommen, in der Hoffnung, dort einen Bus nach BA zu bekommen. Nachts angekommen um die erschütternde Nachricht zu bekommen, dass alle Busse erst am nächsten Tag abfahren! Nach einigem Rumfragen aber herausbekommen, dass ein Bus nach BA mit 2 Stunden Verspätung längst überfällig wäre. Nach nur 10 min Warten gings weiter. Und nach gut 24 Stunden endlich wieder in Buenos Aires. Insgesamt also von 5.30 h bis 21.30 h am nächsten Tag in 3 verschiedenen Bussen verbracht, mit kaum Wartezeit dazwischen. Langelange aber schneller hätte es nicht gehen können. Suerte.