Bariloche

Juli 22, 2009 von yoargentino

Diese und nächste Woche schreibe ich endlich die Prüfungen und aus dem Auslandsjahr ist dann ein ganzes Jahr plus eine Woche geworden. Um die Zwischenzeit zu überbrücken, war ich noch für ein paar Tage in Bariloche. Tolle Landschaften und schöne Fotos. Dank der Schweinegrippe kamen nur wenige andere Touristen und wir hatten die sonst überfüllten Ausflugsziele fast für uns alleine. Leider wird der Tourismus auch hier alles andere als sanft betrieben.

Lange Stunden Busfahrt durch die patagonische Einöde…

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Stundenlang durch die Steppe

Das Ziel rückt näher

Das Ziel rückt näher

…und nach 22 Stunden Busfahrt endlich am Ziel: San Carlos de Bariloche, eines der beliebtesten Reiseziele Argentiniens, in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Nahuel Huapi. Ski- und Schokoladenstadt in Argentinien. Mit erloschenen Vulkanen, Gletscherseen und normalerweise Scharen von Touristen.

Ein Foto mit Bernhardiner ist Pflicht

Ein Foto mit Bernhardiner ist Pflicht

Mit dem Schiff gings zur Isla Victoria, die größte Insel des Lago Nahuel Huapi. Der Nahuel Huapi ist einer der vielen Gletscherseen im Gebiet und nach unterschiedlichen Angaben bis zu 500 m tief und über 90 km lang. Auf einer der Inseln sollte in den 50 ern ein Atomreaktor zu Forschungszwecken gebaut werden, aber bis auf einige Betonteile ist nichts draus geworden.

Auf dem Nahuel Huapi

Auf dem Nahuel Huapi

Auf dem Schiff

Auf dem Schiff

Auf der Isla Victoria

Auf der Isla Victoria

Außerdem gings noch zum Cerro Chico und zum Cerro Catedral und in eine Schokoladenfabrik. Am Cerro Chico soll ein Hilton in die Landschaft gepflanzt werden. Dafür soll die Bergkuppe dann auf das Hotel drauf gesetzt werden, um die Aussicht nicht zu verschandeln.

Die Aussicht vom Cerro Chico

Die Aussicht vom Cerro Chico

Mein armer Hintern

Am Cerro Catedral, das Culipatin (so nennen die das Plastikteil) und mein ein armer Hintern.

Die Schokoladenfabrik, die Verkäuferin war so freundlich wie sie kuckt und hat mir auch noch Pfefferminzschokolade eingepackt.

Die Schokoladenfabrik, die Verkäuferin war so freundlich wie sie kuckt und hat mir auch noch Pfefferminzschokolade eingepackt.

Grippealarm

Juli 7, 2009 von yoargentino

Die Schweinegrippe ist in Buenos Aires angekommen, seit Ende letzter Woche ist Grippealarm. In ganz Argentinien sind bislang ca 60 Menschen daran gestorben, die meisten im Großraum Buenos Aires. Könnte sein, dass im Zuge der Wahlen Maßnahmen verschleppt wurden oder die Behörden schlicht unvorbereitet waren.

Es wurden und werden eiligst Maßnahmen ergriffen, um die Grippewelle einzudämmen. Schulen und andere Einrichtungen, sogar die UBahn, wurden geschlossen, darunter auch die UCA. Die Prüfungen wurden bis auf weiteres ausgesetzt, was für Austauschstudenten äußerst ungünstig ist. Mal sehen, ob es Ausnahmeregelungen für die Internationals geben wird, bislang ist noch nichts beschlossen.

Besuch bei CEAMSE

Juni 23, 2009 von yoargentino

Heute gings mit dem Fach „Residuos Solidos Urbanos e Industriales“ zur Mülldeponie „Complejo Ambiental Norte“. Diese wird von der Firma CEAMSE (Coordinación Ecológica Area Metropolitana Sociedad del Estado) betrieben. Wie bereits erwähnt haben Alternativkonzepte zur Deponierung in Argentinien wenig Chancen, die Liste der gescheiterten Projekte ist lang. Dies liegt in erster Linie am Geld, aber auch an der Mentalität, den Behörden usw. Die meisten ausländischen Firmen haben die Gegebenheiten vor Ort unterschätzt und sind mit Trenn- oder Verbrennungsanlagen gescheitert.

Der Haus- und Gewerbemüll wird kompaktiert und dann so wie er ist abgeladen. Die Deponie ist unten abgedichtet, eingezäunt, die Sickerwässer werden behandelt und das Deponiegas verbrannt. Einige Fakten:

  • das Gebiet ist 320 Hektar groß
  • 1200 Lastwagen laden täglich den Abfall von 11.250.000 Menschen ab
  • 400.000 t Abfall pro Monat, 4.876.000 t pro Jahr

Der Abfall wird ständig mit Erde vermischt, mit einer Mischung aus Erde und Bentonit abgedeckt und verdichtet. Ansonsten würde man vor Gestank wohl umkommen. Sehr beeindruckend ist die Größe der Anlage und die Kolonnen von Lastwagen. Wir sind mit unserem Minibus über die Anlage gefahren worden.

Die Deponie wird in 5 Jahren voll sein, bis dahin muss ein neues Areal gefunden werden. Dann soll die Deponie in eine Park ähnliche Anlage umgewandelt werden. Die CEAMSE ist bis 10 Jahre nach der Schließung für das Areal verantwortlich.

Hier wird ein neues Modul angelegt

Hier wird ein neues Modul angelegt

Das Areal ist riesig

Das Areal ist riesig

Fast der ganze Abfall von BA

Fast der ganze Abfall von BA

Die Gasfackeln

Die Gasfackeln

SIWA Behandlung

SIWA Behandlung

Dann gibt es auf dem Gebiet noch mehrere kleine Trennanlagen. Diese haben eigentlich keinen wirtschaftlichen Sinn. Es geht darum, den Bewohnern der umliegenden Armensiedlungen, die nicht aufs Areal dürfen, einen Gefallen zu tun. Sie dürfen in einigen Ladungen nach Wertstoffen suchen. Von den 1200 Lastwagenladungen jeden Tag kann natürlich nur ein sehr kleiner Teil durchwühlt werden.

Außerdem gibt es noch ein kleines Kompostierwerk. Dort wird nur Bioabfall von Märkten und Gemüseläden zerkleinert, gesiebt und in Folientunneln eingemietet.

Kompostierung

Kompostierung

Leider sind gut geführte und funktionierende Deponien in Argentinien die Ausnahme. In anderen Landesteilen wird der Abfall auch weiterhin irgendwo in der Landschaft verklappt. Und direkt nebenan ist die Müllkippe „Basural Norte“, wo die Abfälle abgekippt werden, die nicht auf die Deponie gelassen werden oder die Entsorgungsgebühr gespart wird.

So sieht ein fertiges Modul dann aus

So sieht ein fertiges Modul aus

Die Nachbarschaft

Die Nachbarschaft

Es gibt mich noch

Juni 9, 2009 von yoargentino

Lange nichts geschrieben, was nicht heißt dass nichts passiert wäre. Es pendelt sich halt der Alltag ein und Erlebtes wird nicht mehr als außergewöhnlich empfunden (-).

Die Zwischenprüfungen sind vorüber und ich habe sie ganz ordentlich bestanden. Im Fach Abfallbehandlung 8 und in Thermodynamik 5 Punkte. Thermo hätte besser laufen können weil ich mich gut vorbereitet hatte, aber ein schweres Wochenende hatte und etwas nervös war. Soweit so gut.

Abfallbehandlung in Argentinien ist etwas einfacher als in D. Kommt alles auf die Deponie, langfristiges Ziel ist natürlich das Recycling. Wobei langfristig sehr lange sein kann. Der Plan sind Rellenos Sanitarios um die teils wilden Müllkippen zu ersetzen. Rellenos sind unten abgedichtet und werden, wenn sie voll sind, oben abgedeckt und sollen mehr oder weniger einem Park gleichen. Das Deponiegas wird mittlerweile immerhin abgefackelt oder sogar verwertet, Kyoto und die Zertifikate bewirken doch was. Das Sickerwasser wurde früher nicht behandelt und deshalb glichen die Rellenos bzw. Müllhalden eher einem Sumpf, vor allem bei Regen. Das Wasser wurde hin und her gepumpt oder in große Becken, in der Hoffnung dass es verdunsten möge.

Im Vergleich zu anderen Städten in Südamerika ist BA immer noch sehr sicher. Nichts desto trotz gibt es immer wieder Probleme. Vor allem Einbrüche nehmen in der Nachbarschaft zu. Unser Hausflur ist jetzt mit Kameras ausgestattet, die windige Tür mit miesem Schloss ist die Alte geblieben. Die Nachbarn sind sehr hysterisch und haben sich über uns beschwert, weshalb wir in nächster Zeit keine Besuche empfangen.

Meine Mitbewohner. Derzeit wohnen hier außer mir ein Argentinier, 2 Franzosen (es gibt ungefähr eine Million Franzosen in BA) und 2 Venezuelaner.

Es standen noch 2 Exkursionen im Fach Procesos Industriales an. Einmal gings zu Rigolleau, dort werden 70% des Glases in Argentinien hergestellt, jeden Tag 70.000 t. Der größte Ofen spuckt 40.000 t am Tag aus. Daraus werden dann Flaschen jeder Größe gemacht.

Das andere Mal gings zu Vasa, wo Glasplatten in unterschiedlichen Varianten fabriziert werden. Die Glasplatten gehen unter anderem an Autozulieferer, die z.B. Windschutzscheiben draus machen, oder werden mit Laminatverfahren zu Sicherheitsglas zusammengepappt.

Leider durfte man auf beiden Firmengeländen nicht Filmen, weshalb es keine Fotos gibt. Nur soviel, die Verpflegung bei Rigolleau war um Längen besser als bei Vasa.

Besuch in der Glasfabrik

Besuch in der Glasfabrik

Zu guter Letzt noch ein paar Fotos aus meiner Bude:

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Derzeit nicht möglich: Versammlungen

Die Feria de Mataderos ist ein Markt am anderen Ende der Stadt wos traditionell Musik und Tänze, Gaucho Zubehör und gutes Essen vom Bauern gibt. Beste Speisen zu kleinen Preisen.

Speisen vom Markt

Speisen vom Markt

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Es ist in Buenos Aires derzeit bitter kalt, hier ein Bild aus besseren Tagen

Mein Mitbewohner hat ein Schildchen für die Küche mit der freundlichen Aufforderung zum Abwaschen gestaltet. Mit Google übersetzt und feddisch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

In bestem Deutsch vormuliert

Freundliche Aufforderung

Mein Mitbewohner ist Koch und wir kochen öfter gemeinsam. Hier gabs lecker Hünchen.

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Leckeres Hühnchen

Die Hosen in BA

April 25, 2009 von yoargentino

Nach langer Pause haben die Hosen mal wieder in BA auf 2 Konzerte vorbeigeschaut. Die Tickets waren lange vorher ausverkauft, die Leute hier sind verrückt nach den Hosen und sehr fanatisch.

Von dem Konzert war ich etwas enttäuscht, das Beatsteaks Konzert war ungefähr 100 mal besser und nur halb so teuer. Lag auch an der miesen Akkustik da drinnen. Konnte mich erst gegen Ende zur Bühne vorkämpfen. Buenos Aires ist halt nicht Düsseldorf. Besoffene, verschwitzte, ekelhaft riechende Argentinier haben allerdings für ein wenig Ambiente gesorgt.

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Ganz putzig war Campinos Bierdusche (die wie vielte in seinem Leben??), er fühlte sich sichtlich wohl dabei. Andi ist der Einzige der Band, der etwas spanisch spricht.

Fazit zum Konzert: war sein Geld leider nicht wert

Argentinien – Venezuela

März 29, 2009 von yoargentino

Maradonas erstes ernstes Spiel als Teamchef, Kapitän Riquelme hatte nach Unstimmigkeiten kurz vorher seinen Rücktritt aus der Nationalelf verkündet.

Kein überragendes Spiel, alles andere als ein klarer Sieg wäre undenkbar gewesen. Die venezuelanische Fußballmanschaft hatte leider gewaltigen Respekt vor den Argentiniern.  Argentinier sind wie die Italiener leidenschaftlich miese Schauspieler und fallen bei jeder Gelegenheit um und reklamieren , wobei sie auch gerne selbst mal ruppig werden. Der Schiedsrichter belohnte die zahlreichen Theatereinlagen auch noch und pfiff sehr parteiisch. Als einziger fiel Messi auf, der ständig angespielt wurde und auch ein Tor geschossen hat. 4:0 geht in Ordnung, ein bisschen wie Deutschland gegen Slowakei, erst am Ende fallen richtig Tore und gezaubert wird selten. Man tut sich halt hart mit den „Kleinen“.

Im Stadion

Im Stadion

Ausverkauftes Monumental

Ausverkauftes Monumental

Fußball wurde auch gespielt

Nicht ganz fair aber fein

Nachtrag: Gestern (01. April) hat Argentinien richtig eine auf den Sack bekommen. Sage und schreibe 1:6 in Bolivien verloren. Die höchste Niederlage Argentiniens seit 1958!

Peng Peng

März 20, 2009 von yoargentino

Letzte Nacht gings anscheinend heiß her! Gegen 3 sind mehrere Polizeiautos mit Sirene durch unsere Straße gerauscht. Nur ein oder 2 Blocks weiter gabs anscheinend einen Überfall und anschließend eine Schießerei mit der Polizei. Wenn ich genaueres weiß, mehr dazu.

Gletscher und Fitz Roy

März 20, 2009 von yoargentino

Zum Abschluss der Reise gings in den Nationalpark Los Glaciares. Hauptatraktion ist der Perrito Moreno Gletscher, an den man so nah ran kann, dass man ihn fast streicheln kann. Leider muss man dazu in die Touristenhochburg El Calafate. Grauenhaft, vor ein paar Jahren warens noch 5.000, heute 20.000, in 10 Jahren sollens 50.000 Einwohner sein. Auch hier hat mal wieder niemand an das Abwasser gedacht, die Kläranlage ist aus dem Jahr 1982. Hab nachgefragt, ob ich sie mir anschauen darf, hätte aber die Autorisierung von der Stadt gebraucht und wollte mich nicht länger in diesem Ort aufhalten. Wohl mit der teuerste Ort in Argentinien.

Wie überall im Süden trifft man auch hier die bereits bei Torres del Paine genannten Landsleute. Der Perrito Moreno Gletscher ist schlichtweg beeindruckend, man hört ihn knacken und ächzen und oft bricht auch was ab. Er ist 60 Meter hoch und der einzig stabile Gletscher des Nationalparks, weil er sich jeden Tag um 2 Meter weiter nach vorne schiebt, daher die vielen Abbrüche. Nicht der größte, aber der am besten Zugängliche im Nationalpark. Vom Boot aus kommt man noch näher ran…

Auch von Weitem beeindruckend

Schon von Weitem beeindruckend

Aus der Nähe noch mehr

Aus der Nähe noch mehr

Boooahhh

Boooahhh

Am nächsten Tag noch eine etwas teurere Tour zu den weiter entfernteren Gletschern gemacht. Aber wann kriegt man sowas schon je wieder zu sehen?? Die Bootstouren gehen auf dem Lago Argentino zu den verschiedenen Seitenarmen und man kann die Gletscher vom Schiff aus bestaunen. Auf dem Boot werden betuchte Touristen schnell zum Tier, wenn es darum geht, sich an die begehrten Plätze am Rand zu drängen um Fotos zu machen. Massige Europäer und Amis machen von ihrer Leibesfülle gnadenlos Gebrauch. Pech für höfliche und zart gebaute Asiaten. Trotzdem konnte ich mir mit den besten Platz erkämpfen, den ich netterweise auch an andere abgetreten habe. Nichts zu danken.

Leider wird es den Gletschern auch hier zu warm, allein der größte im Park hat in den letzten 20 Jahren 4 km verloren. Man kann sich also ausrechnen, dass in absehbarer Zeit kein Gletscher zum bestaunen mehr da ist. Also kommen, solange noch Eis da ist!

Ohh. Ahhh.

Ohh. Ahhh.

Kleiner Landgang

Kleiner Landgang

Eisberg mit Tunnel

Eisberg mit Tunnel

Nach 2 Tagen in El Calafate gings weiter nach El Chalten, das am anderen Ende des Nationalparks liegt. El Chalten ist einer der jüngsten Orte Argentiniens und das Trekker Mekka. Die Berge kann man ohne Führer wandern, weshalb es auch nicht teuer wurde. In ein paar Jahren wird wohl auch ein kleines Calafate draus. Momentan ist es noch schön beschaulich, auch wenn überall wie verrückt gebaut wird.

Der Fitz Roy ist die Hauptattraktion, die Schwierigkeit für Kletterer liegt nicht im Berg selbst, sondern im Wetter. Es ist komplett unvorhersehbar und kann innerhalb weniger Minuten ohne Vorankündigung umschlagen. Ich bin 3 Tage jeweils 8 Stunden wandern gegangen und hatte am 2. Tag für den Fitz Roy richtig Glück mit dem Wetter.

Der Fitz Roy bei bestem Wetter

Der Fitz Roy bei bestem Wetter

Das Krasseste war die Wanderung am dritten Tag. Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt ist mir kein Mensch begegnet, beim Abstieg kaum jemand. Der Wind auf dem Geröllfeld hinter der Kuppe ist so stark, dass man es mit der Angst zu tun bekommt!

Berg-Orkan

Berg-Orkan

Dann zurück nach Buenos Aires… In Patagonien ist alles weit und jeder Ort abgelegen. Von El Chalten gings um 5.30 h los nach Piedra Buena, 7 Stunden Schotterpiste durchs Niemandsland. Der Direktbus von Piedra Buena hätte 32 Stunden gebraucht und wäre erst abends abgefahren. Deshalb dort den Bus nach Comodoro Rivadavia genommen, in der Hoffnung, dort einen Bus nach BA zu bekommen. Nachts angekommen um die erschütternde Nachricht zu bekommen, dass alle Busse erst am nächsten Tag abfahren! Nach einigem Rumfragen aber herausbekommen, dass ein Bus nach BA mit 2 Stunden Verspätung längst überfällig wäre. Nach nur 10 min Warten gings weiter. Und nach gut 24 Stunden endlich wieder in Buenos Aires. Insgesamt also von 5.30 h bis 21.30 h am nächsten Tag in 3 verschiedenen Bussen verbracht, mit kaum Wartezeit dazwischen. Langelange aber schneller hätte es nicht gehen können. Suerte.

Torres del Paine

März 16, 2009 von yoargentino

Der chilenische Nationalpark Torres del Paine ist DER Nationalpark für Ausländer. Logisch, dass die Infrastruktur dementsprechend mit wächst. In einer der super teuren Lodges gibts sogar Internet per Satelit. Und er bringt 70 % der gesamten Einnahmen aller Nationalparks Chiles.

Ich hatte mir in Punta Arenas ein Zelt, einen Schlafsack, Kocher, Thermounterwäsche usw gekauft und los gings. Gleich zu Beginn habe ich 4 Chilenen getroffen. Einheimische muss man im Nationalpark mit der Lupe suchen. Man trifft vor allem auf Deutsche, Amis, Franzosen, Engländer und Israelis.

5 Tage zusammen gewandert (getrekkt auf Neudeutsch), gecampt und gekocht. Ohne mich wären die Chilenen wohl elendig im Park verhungert, sie hatten nur Tütensuppe und Schokoriegel dabei. War sehr lustig, leider konnte man mit ihnen keine langen Märsche machen, 5 Stunden war der längste Marsch. Am ersten Tag haben sie 2 Stunden verschlafen, am nächsten Tag sind zwar alle pünktlich aufgestanden haben aber dafür 2 Stunden fürs Frühstück gebraucht, dann ewig gepackt… Egal, war halt eine Genuss Tour. Das Wetter hat auch mitgespielt, bis auf einen Tag. Da sind wir 2 Stunden im strömenden Regen durch gefroren. Und keine trockenen Sachen mehr gehabt. Der letzte Teil war der schönste. Nach der Touristen Route, dem allseits bekannten „W“,  sind wir um den See gewandert, der gemeine Tourist nimmt das Boot. Kaum Leute getroffen und Bekanntschaft mit dem patagonischen Wind gemacht. Es ist kein Gerücht, er bläst einen tatsächlich einfach vom Weg!

Die berühmten Torres im Nebel

Die berühmten Torres im Nebel

Die Chilenen

Die Chilenen

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Leckere Trekker Mahlzeit

Mein Zelt

Mein Zelt

Irgendwo kam uns Patricio abhanden. Also Suchtrupps gebildet und los gesucht. Als wir ihn gefunden hatten, spielten sich ergreifende Szenen ab, es gab kein Halten mehr und den Emotionen wurde freier Lauf gelassen.

Nachgestellte Szene

Hier die nachgestellte, bewegende Szene

Im ganzen riesigen Park gibt es etwa 70 Pumas, die Wahrscheinlichkeit, einen zu treffen ist also sehr gering. Trotzdem musste ich mich gegen eine, nein ein ganzes Rudel dieser Trekker zerfleischenden Bestien erwehren! Hatte danach endlich was, um mein Zelt fachgerecht dämmen zu können.

Im Angesicht der Bestie

Im Angesicht der Bestie

Nach 5 Tagen wandern, 4 Nächten im Zelt und ohne ein Klo nur für mich allein war die Erleichterung doch sehr groß, als die Ranger Station mit sauberen Schüsseln und Kabinen in Sicht kam. Wer meine Erfahrungen teilt, wird dieses Glücksgefühl voll herrlicher Wonne ebenfalls zu schätzen wissen und die Genüsse, die sich einem ganz ohne Geld bieten.

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5 Tage ohne Haare waschen

Feuerland

März 16, 2009 von yoargentino

5 Stunden Flug nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Und man ist immer noch in Argentinien!

Ich konnte mich selbst überzeugen, dass die Gletscher sich mit rasender Geschwindigkeit verabschieden. Auf Feuerland ist von den Gletschern fast nichts mehr übrig.

Ushuaia ist auch so ein Fall… 2001 noch 50.000, heute 80.000 Einwohner. An eine Kläranlage hat mal wieder keiner gedacht, alle scheißen gerade wegs ins Meer. Obwohl das Geld da wäre! Jedes Kreuzfahrtschiff das ums Cap Horn will und alle, die in die Antarktis wollen, müssen nach Ushuaia. Und dann noch die ganzen Touristen, die die unberührte Natur sehen wollen. Statt dessen werden die Bordsteine alle gelb gestrichen. Im Ernst, man sieht 3 gelangweilt drein schauende Kerle, jeder pinselt eine Schicht. Kein Wunder, dass Jobs bei der Stadt heiß begehrt sind, es werden die höchsten Löhne in Argentinien gezahlt. Obwohl abgeschieden, gibt es das selbe Phänomen wie im Rest des Landes: Leute aus dem Rest des Landes kommen (wie eigentlich fast alle Einwohner Ushuaias) um von den hohen Löhnen zu profitieren. Aber jetzt kommts: sie lassen sich einfach irgendwo nieder, fällen die Bäume und bauen sich ihre Häuser. Fertig.

Dieses Foto soll all jene Lügen strafen, die behaupten, dass die Äpfel als Schüttgut nach D kommen um dort verpackt zu werden. Lüge! Gesehen in „La Anonima“, sowas wie ein argentinischer Aldi.

Der Beweis

Der Beweis

Aber ganz tief im Süden

Aber ganz, ganz weit unten

Eine geführte Tour zu einem Gletscher gemacht, von dem leider fast nichts mehr übrig war. 2 schnöselige Mexikaner waren auch dabei. Tiptop ausgerüstet, ich hätte sie so nicht mit auf den Berg genommen! Sind auch alle paar Meter ausgerutscht und ich hatte Sorge, dass wir die wieder heil runter bekommen. Öko Tourismus ist das jedenfalls keiner. Querfeldein losmarschiert und alles platt gemacht. Man wirbt da unten gerne mit der unberührten Natur. Also kommen, solange die noch nicht alles kaputt gemacht haben und es noch was Unberührtes zu sehen gibt!

Die mexikanischen Bergsteiger

Die mexikanischen Bergsteiger, meine Güte!

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Aber schön ist es da unten schon

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Der Nationalpark Tierra del Fuego